VATER UNSER

Wie im Himmel...so auf Erden

Ein Theaterstück von Ulrich Seidl an der Volksbühne am Rosa Luxemburg-Platz in Berlin, 2004

Ein Andachtsraum, wie er sich auf einem Flughafen befinden könnte. Eine kleine Kirche am Ort der profanen Himmelfahrt, dem Zentrum aller globalen Mobilität. Darin sechs Gläubige und ein Priester, die zu Gott beten, ihm bekennen, beichten und fragen, die flüstern, schreien, schimpfen und hadern.

„Vater unser“ heißt das erste Theaterstück Ulrich Seidls, und beschäftigt sich - dem preisgekrönten Film „Jesus, Du weißt“ folgend - mit der Frage, wie Glaube funktioniert. Seidl will dabei kein Ideologiekritiker sein, der sich mit der Verkrampftheit der Kirche beschäftigt, mit Bigotterie oder Kitsch oder autoritären Strukturen. Seidl interessiert die Frage: Wie bringen Menschen es fertig, ein persönliches Verhältnis zu einem "Vater im Himmel" aufzubauen, den sie nie gesehen haben? Wie kommuniziert man mit Gott? >>>

Bühnenbild: Bert Neumann