Import Export

Auszug aus einem Interview mit Ulrich Seidl

Import Export war ein anstrengendes Projekt: In der Ukraine haben Sie bei Minus 30 Grad gedreht, in Österreich unter Sterbenden. Geht das an die Grenze der Belastbarkeit oder ist das Normalbedingung?

Seidl: Jeder Film hat eigene Gesetze und kaum einer fliegt mir zu. Aber äußere Bedingungen schrecken mich selten ab. Ich glaube, dass intensive und extreme Szenen und Bilder immer auch unter extremen und intensiven Bedingungen entstehen.

In Ihrem Film geht es um Arbeits-Migration zwischen Ost und West. Was ist Ihnen zuerst aufgefallen, der Import oder der Export?

Seidl: Der Export. Die Idee zu diesem Film kam bei der Arbeit an einem anderen Film. Bei den Recherchen zum episodischen Dokumentarfilm „Zur Lage“ habe ich eine proletarische Großfamilie kennengelernt, in der alle arbeitslos waren. Seit dieser Begegnung habe ich daran gedacht, sie zur Vorlage eines Spielfilms zu machen. Und was den Import betrifft: Schon seit Jahren hatte ich den Wunsch, in Osteuropa einen Film zu drehen, weil ich mich den Menschen dort sehr nahe fühle. Also habe ich angefangen, Geschichten zu schreiben, die sich von Ost nach West und von West nach Ost bewegen. 

Import Export ist ein Spielfilm, der so inszeniert ist, dass er stellenweise extrem dokumentarisch wirkt...

Seidl: Dieser Film ist in dem Sinn dokumentarischer als „Hundstage“, als er zu einem beträchtlichen Teil in wirklichen, also dokumentarischen, öffentlichen Räumen und Welten gedreht wurde. Also in wirklichen Spitälern, wirklichen Arbeitsämtern, wirklichen Sex-Agenturen oder geriatrischen Anstalten.
     

Das gesamte Interview finden Sie im Presseheft unter Download.