Die Kinder der Toten

Ein Film- und Performance-Projekt des Nature Theater of Oklahoma nach Motiven des gleichnamigen Romans von Elfriede Jelinek

Eine sehr freie „Adaption einer Adaption“, ein touristischer Ferienfilm aus der Obersteiermark zwischen Mürzzuschlag und Mariazell, ein „SUPER 8-Stummfilm mit Texttafeln und Tonbearbeitung“, weitgehend „gespielt“ von Laiendarstellern, der sich schleichend in ein gespenstisches Szenario entgleisender Heimatidyllen, eine Auferstehung „untoter“ Protagonisten verwandelt, die sich nicht mehr damit abfinden, dass man sie ins Off der Geschichte und der Gesellschaft abgeschoben hat:

Eine Sekretärin und ewige Tochter sieht sich plötzlich mit einer bösartigen Doppelgängerin konfrontiert und treibt ihre Übermutter in den Wahnsinn. 10 „syrian poets“ kommen mit „styrian food“ nicht zurande. Ein verbitterter Förster (lebte er nicht früher einmal im Silberwald?) wird von seinen Söhnen verfolgt, die schon vor Jahren Selbstmord begangen haben. Die Witwe eines alten Nazis und Filmsammlers kreiert in einer alten Fabrik ein untergründiges CINEMA 666, in dem die Vergangenheit hemmungslos beweint werden kann. In zunehmend nervös aufgeladenen Super8-Sequenzen verbinden sich diese Handlungsstränge, bis die Toten in einem denkwürdigen „Filmriss“ von der Leinwand zurückkehren in eine Heimat, die sie viel zu lange verdrängt hat. Was als klischeehafte Idylle begann, mündet in eine exzessive Trash-Parade der Vergessenen. Immer gilt: „Es kann sein, dass die Toten rachsüchtig sind.“ (Heiner Müller) Willkommen in der Steiermark, hier wollen wir begraben sein!